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Wissenswertes zum Bootskauf

Die Rechtsgebiete, mit denen Ausländer in Spanien hauptsächlich in Berührung kommen, liegen typischerweise im Immobilien-, Steuer-, Gesellschafts-, Bau-, Verkehrs- und Seerecht.

Zu den genannten Rechtsbereichen möchte ich Ihnen einige juristische Grundinformationen vermitteln und Ihnen zunächst die wissenswerten Schritte, die beim Boots- oder Yachtkauf zu beachten sind, darstellen:

Das Herz jedes Bootsliebhabers schlägt höher, wenn er renommierte Markennamen wie z.B. ,,Azemut", ,,Ferreti", ,,Riva" oder ,,Swan" hört. Der Erwerb eines Segelbootes oder einer Motoryacht folgt formell ähnlichen Regeln wie der Kauf eines Autos.

Der Kaufvertrag:

Der Kaufvertrag wird typischerweise in Form der englischen Modellformularen, der ,,Bill of Sale" fixiert, denn historisch bedingt wird die Welt um den Seehandel, Seetransport und das Seeversicherungswesen nach wie vor durch die Normen des Britischen Commonwealth dominiert.

Bereits bei der Durchführung des Kaufes können entscheidene Weichen gestellt werden, die interessante finanzielle Konsequenzen haben. Die oben beispielhaft aufgeführten Bootsmarken werden in Italien, der Schweiz oder den USA hergestellt. Wenn man diese Schiffe direkt bei der jeweiligen Bootswerft bestellt (auch über die Zwischenschaltung eines sog. Distributoren, Händlers oder Brokers), handelt es sich bei diesem Rechtsgeschäft - sofern man anderer Nationalität als die verkaufende Werft ist - um ein internationales Handelsgeschäft. In diesem Fall wäre die Mehrwertsteuer nicht abzuführen, wenn man die entsprechende rechtlich geeignete Vertragskonstruktion wählt. Eine oft gebräuchliche Praxis ist die Gründung einer juristischen Handelsgesellschaft, einer Offshore Company oder eines Trusts, welche wahlweise in dem Land errichtet werden können, in dem die rechtlichen und steuerlichen Bedingungen am vorteilhaftesten sind. Konsequenterweise unterliegt man dann auch Flaggenführungspflicht des jeweiligen Staates, was indes ein weiterer Vorteil sein kann.

Die adäquate Flagge:

Wenn die Flaggenwahl sich nicht schon über die oben erwähnten Erwerbsmethoden geregelt haben sollte, so ist man grundsätzlich verpflichtet, die Flagge seines gewöhnlichen Wohnsitzes zu führen. Über die Konstruktion von Offshore Companies oder Trusts ausserhalb des eigenen Landes erfolgt automatisch die Zuweisung zu deren Flaggenhoheit.

Viele Eigentümer einer Yacht wählen aus Steuergründen eine sog. ,,Flag of Convenience". Im Seehandel sind bevorzugte Flaggenstaaten typischerweise Zypern, Panama, Liberia, Singapur oder Antiqua; im Yacht- oder Sportbootbereich kann dies aus steuerlichen Gründen z.B. Andorra, Gibraltar, Isle of Man, Guernsey oder Jersey sein. Die diesbezüglichen nationalen und internationalen Übereinkommen setzten zwar grundsätzlich voraus, dass zwischen dem Flaggenstaat und dem Schiff eine ,,echte Verbindung", (,,Genuine Link") bestehen muss; dennoch hat dies bisher nicht verhindern können, dass eine Reihe von Staaten ihre Register und damit ihre Flagge praktisch jedem Schiff öffnen können; durch Vergünstigungen namentlich bei den Steuern oder Anforderungen an die Schiffsbesatzung haben solche Register Schiffe aus Industrieländern mit hohen Steuer- oder Heuerkosten angezogen, die sog. "Flags of Convenience" führen. Das oben genannte Vorgehen, die Flaggeführungsbefugnis in einem anderen Staat zu erhalten, wird als sog. Ausflaggung (flagging out) bezeichnet.

Weitere Kosten:

Beim Schiffserwerb wird gesetzlich der Abschluss einer Schiffshaftpflichtversicherung gefordert. Zudem fällt bei Schiffen ab einer Rumpflänge von 7,5 m eine Anmeldesteuer an, die sog. Impuesto de Matriculación. Bei Charterbooten wird diese Steuer auf Schiffe ab einer Rumpflänge von 15 m erhoben. Sie liegt bei 12 % auf den Kaufwert des Bootes. Des weiteren sind die Kosten für Liegeplätze in Betracht zu ziehen; in der Hochsaison können sich diese auf 20.000,00 €/Monat belaufen. Jahresliegeplätze werden z. Z. noch über die Hafenvereine (Club Náutico) verwaltet. Es bestehen aber Bestrebungen der Balearenregierung, deren Vergabe insbes. an Nichtresidente zu beschränken, und zwar derart, dass vorrangig Spanier mit einem Liegeplatz versehen werden sollen. Hierbei wird Andratx einer der ersten Häfen sein, welcher die neuen Normen anzuwenden hat.

Ihr Ansprechpartner: Rechtsanwalt Joachim Süselbeck

 



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Mallorca / Baleares